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Aktuell: Mit Israel Arbeiter besuchte ein Überlebender des Holocaust die ehemalige Synagoge (7. Juli 2008)
Der 83-jährige Israel Arbeiter, der mehrere Lager der Nationalsozialisten überlebte, informierte sich bei seinem Besuch in Steinsfurt über den Fortgang der Renovierungsarbeiten an der ehamaligen Synagoge. Das Engagement zum Erhalt des Bauwerks betrachtet er als wichtiges Zeichen der Völkerverständigung.
Geboren wurde Israel Arbeiter im polnischen Plock, das etwa 100 Kilometer nordwestlich von Warschau liegt. Nach dem Überfall der Nationalsozailisten auf Polen im September 1939 verbrachte seine Familie drei Jahre in verschiedenen Ghettos. Im Jahr 1942 wurden seine Eltern und sein jüngster Bruder ins Vernichtungslager Treblinka deportiert und ermordet. Er selbst wurde in einer Munitionsfabrik in Ostpolen zur Zwangsarbeit eingesetzt. Danach folgte die Deportation nach Auschwitz. Das Vernichtungslager überlebte er, weil er im Herbst 1944 zur Zwangsarbeit zunächtst ins Konzentrationslager Stutthof bei Danzig, anschließend ins süddeutsche Hailfingen überstellt wurde, wo ein Außenlager des Konzentrationslagers Natzweiler bestand. Insgesamt 600 Zwangsarbeiter wurden dort zum Bau eines Nachtjägerflugplatzes eingesetzt. Die Hälfte der Insassen überlebte die unmenschliche Arbeit und fürchterlichen Bedingungen im Lager nicht. Die Befreiung erlebte Israel Arbeiter schließlich am 25. Appril 1945 im Außenlager Dautmergen.
Emigration in die USA und unermüdlicher Einsatz für die Völkerverständigung
Israel Arbeiter
Israel Arbeiter beim Besuch der ehemaligen Synagoge
Nach dem Krieg lebte Israel Arbeiter noch
einige Zeit in Deutschland, bis er im Jahr 1949 mit Frau und Kind in die USA übersiedelte. Heute lebt er in Boston. In seiner Funktion als Präsident der amerikanischen Vereinigung von Holocaust-Überlebenden für den Großraum Boston setzt er sich seit langer Zeit für den internationalen Jugendaustausch und Völkerverständigung ein. Verbunden ist dies mit zahlreichen Vortragsreisen, Konferenzen und Tagungen. Im Jahr 2008 würdigte der Bundespräsident diese Tätigkeit, indem er Israel Arbeiter mit dem Bundestverdienstkreuz auszeichnete.
Besuch der ehemaligen Synagoge in Steinsfurt
Gesprächsrunde in der ehemaligen Synagoge
Gesprächsrunde in der ehemaligen Synagoge
Auf Einladung der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung, Zukunft" befand sich Israel Arbeiter nun auf einer einwöchigen Deutschlandreise. Bei diesem Anlass besuchte er zusammen mit seinem Enkel Jeffrey Fritz auch die ehemalige Synagoge in Steinsfurt. Begleitet wurde er von dem Bundestagsabgeordneten und Beauftragten der OSZE zur Antisemitismusbekämpfung, Prof. Gert Weisskirchen, und von dem wissenschaftlichen Direktor und Landtagsabgeordneten Peter Wirkner. Neben Mitgliedern des Vereins Alte Synagoge Steinsfurt e.V. nahmen auch Ortsvorsteherin Ursula Brenner und der Oberbürgermeister der Stadt Sinsheim, Rolf Geinert, an dem Empfang teil. Israel Arbeiter informierte sich umfassend über die Geschichte der Juden Steinsfurts und im Besonderen über die Maßnahmen zur Erhaltung der ehemaligen Synagoge. Die Sanierung des Gebäudes und deren Nutzung als Begegnungs- und Dokumentationsstätte bewertete er als wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung.
Weitere Informationen
Aufnahmen anlässlich des Besuchs von Israel Arbeiter
Prof. Gert Weisskirchen im Gespräch mit Israel Arbeiter und dessen Enkel Jeffrey Fritz Prof. Gert Weisskirchen im Gespräch mit Israel Arbeiter und dessen Enkel Jeffrey Fritz
Begrüßung durch den Oberbürgermeister von Sinsheim, Rolf Geinert Prof. Gert Weisskirchen im Gespräch mit Israel Arbeiter und dessen Enkel Jeffrey Fritz
Fritz Brandt David Seldner
Gesprächsrunde Vor der sanierten Tür der Synagoge
Schüler bei der Präsentation ihres Projekts Nach der Veranstaltung lud der Verein Alte Synagoge Steinsfurt e.V. zu einem Empfang
Prof. Gert Weiskirchen begleitete Israel Arbeiter bei dessen Terminen im Rhein-Neckar-Kreis Beim Aufbruch zur Ortsbegehung nach dem Besuch der Synagoge
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